
Bei mir bleiben im Arbeitsalltag –
Innere Haltung und Selbstführung
Der Kalender ist voll, zwischen Terminen, E-Mails und kurzen Abstimmungen bleibt wenig Luft. Eine Anfrage kommt noch dazu. Du sagst Ja, ganz automatisch. Nach außen wirkst du souverän, zuverlässig, professionell. Innerlich spürst du oft etwas anderes: ein kurzes Zögern, eine leise Spannung. Es ist kein Konflikt, eher das Gefühl, gerade nicht ganz bei dir zu sein.
Viele erleben das im Arbeitsalltag: in Hochschulen, in der Verwaltung oder in Unternehmen, wenn es darum geht, bei sich zu bleiben. Sie erleben dies nicht, weil sie ihre Arbeit nicht mögen oder weil sie überfordert sind. Erwartungen, Verantwortung und Zeitdruck lassen einfach kaum Raum, innezuhalten. Wir verlieren uns dadurch selbst aus dem Blick.
Dieser Artikel lädt dich ein, genauer hinzuschauen: Warum fällt es im Berufsalltag so schwer, bei sich zu bleiben? Woran merkst du, dass deine Grenzen leise verschoben werden, noch bevor ein klares Nein überhaupt auftaucht? Und warum entsteht das schlechte Gewissen oft genau dort, wo eigentlich etwas Wichtiges geschützt werden möchte? Welche innere Haltung braucht es im Arbeitsalltag und wo beginnt Selbstführung im Alltag wirklich?
Was bedeutet „bei mir bleiben“ im Arbeitsalltag?
„Bei mir bleiben“ heißt nicht, mich konsequent abzugrenzen und es heißt auch nicht, häufiger Nein zu sagen. Viele setzen „bei mir bleiben“ mit äußerem Verhalten gleich. Doch Menschen können klar auftreten und sich innerlich trotzdem verlieren. Andere sagen Ja und bleiben dennoch mit sich verbunden.
Der Unterschied liegt nicht im Verhalten. Er liegt in der inneren Haltung. Bei mir bleiben im Arbeitsalltag bedeutet, wahrzunehmen, was in mir geschieht, während ich handle, spreche oder entscheide. Es ist eine gelebte Achtsamkeit. Diese Achtsamkeit mir selbst gegenüber hat nicht das Ziel, sofort etwas zu verändern. Sie hilft mir aber, mich selbst nicht zu übergehen.
Warum es im Arbeitsalltag so schwerfällt, bei sich zu bleiben
Verantwortung bindet Aufmerksamkeit nach außen
Viele erleben im Arbeitsalltag ein starkes Verantwortungsgefühl für Aufgaben, Abläufe oder Menschen. Wer viel Verantwortung trägt, denkt voraus, koordiniert, hält Abläufe am Laufen. Oft zeigt sich dabei eine innere Spannung: Je größer die Verantwortung, desto leiser wird der eigene Selbstschutz.
Bei sich zu bleiben im Arbeitsalltag wird dann schwierig, weil der Fokus ständig nach außen gerichtet ist. Das eigene innere Erleben und Selbstschutz nach innen rücken dabei in den Hintergrund.
Professionelle Rollen lassen wenig Raum für Zwischentöne
In vielen Arbeitskontexten gibt es klare Vorstellungen davon, wie man „professionell“ auftritt: sachlich, belastbar, lösungsorientiert. Diese Rollenbilder geben Orientierung. Gleichzeitig lassen sie wenig Raum für Zwischentöne, wie z.B. Unsicherheit, Erschöpfung oder innere Ambivalenz.
Oft zeigt sich hier eine leise Verschiebung. Das, was innerlich unsicher, ambivalent oder erschöpfend ist, passt nicht zum professionellen Selbstbild. Innere Klarheit bleibt dann unausgesprochen.
Implizite Erwartungen wirken dauerhaft.
„Man macht das halt“ wird selten ausgesprochen. Viele Erwartungen im Arbeitsalltag, aber auch privat entstehen aus Kultur, Teamdynamik oder unausgesprochenen Standards. Gerade deshalb sind sie schwer zu greifen. Sie prägen aber den Alltag. Gerade weil diese Erwartungen unsichtbar sind, kosten sie innere Energie.
Engagement erschwert das Innehalten
Mitarbeitende, die sich engagieren, bleiben oft länger. Sie denken mit, sie springen ein und sie tragen mit. Viele erleben dabei, dass sie länger durchhalten, als es ihnen guttut. Wer sich verantwortlich fühlt, stellt sich selbst oft hinten an, aus Verbundenheit und Kollegialität.
Erschöpfung meldet sich dabei häufig nicht sofort. Sie wird übergangen, relativiert oder verschoben. Nicht selten wird sie erst spürbar, wenn innere Distanz entsteht. Dass es schwerfällt, bei sich zu bleiben, ist deshalb nachvollziehbar. Es ist kein persönliches Versagen, es ist eine Folge der Arbeitsrealität.
Wenn Spannungsfelder unbemerkt wirken
Diese typischen Spannungsfelder im Arbeitsalltag entstehen nicht aus einem Mangel an Klarheit. Sie gehören zum Arbeitsalltag in Hochschulen, Verwaltung und Unternehmen. Nicht selten wirken sie lange unbemerkt bis die eigene innere Haltung unter Druck gerät.
Bei sich zu bleiben im Job bedeutet nicht, diese Spannungen aufzulösen. Es bedeutet, sie wahrzunehmen, bevor sie bestimmen, wie wir handeln.
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Wo innere Haltung konkret sichtbar wird: vor dem Nein
Grenzen werden selten erst im Gespräch überschritten. Es geschieht innerlich oft früher. Noch bevor ein Nein überhaupt möglich erscheint, meldet sich etwas: ein Gedanke, ein Gefühl, eine körperliche Reaktion. Diese ersten Signale entscheiden häufig darüber, ob wir bei uns bleiben oder uns leise von uns selbst entfernen.
Oft sind es innere Sätze wie: Das schaffe ich noch. Jetzt nicht schwierig sein. Das gehört dazu. Sie helfen, handlungsfähig zu bleiben und übergehen zugleich das, was sich meldet.
Viele übergehen diese Signale, um zuverlässig zu bleiben, um den Ablauf nicht zu stören bzw. um professionell zu wirken und zu funktionieren. Genau hier beginnt häufig das schrittweise Sich-Entfernen von sich selbst.
Ein zentraler Moment innerer Haltung liegt in dieser Frage: Darf ich das gerade fühlen? Darf ich Unsicherheit spüren, auch wenn ich kompetent auftreten soll? Darf ich Erschöpfung wahrnehmen, auch wenn andere auf mich zählen? Darf ich innerlich Nein denken, ohne es sofort auszusprechen?
Selbstführung im Arbeitsalltag beginnt oft genau hier: mit einer Erlaubnis.
Innere Haltung lässt sich nicht erzwingen
Klarheit entsteht nicht unter Druck
Innere Haltung im Arbeitsalltag entsteht nicht durch Disziplin oder Selbstansprache. Sätze wie „Reiß dich zusammen“ schaffen kurzfristige Funktionalität, aber keine innere Klarheit.
Wahrnehmen statt antreiben
Haltung beginnt mit Wahrnehmen, mit dem Ernstnehmen dessen, was innerlich da ist, ohne es sofort einzuordnen oder zu korrigieren.
Einordnen schafft Orientierung
Wenn Erfahrungen benannt und eingeordnet werden dürfen, entsteht Abstand, zur aktuellen Situation und zu automatischen Reaktionen.
Erlauben lässt Klarheit wachsen
Innere Haltung wächst dort, wo Empfindungen sein dürfen. Sie wächst leise, schrittweise und ohne inneren Druck.
Wie gut gelingt es dir, Nein zu sagen?
Du sagst Ja, obwohl innerlich ein Zögern da ist? Du spürst erst im Nachhinein, dass dir etwas zu viel war?
Dieser kurze Selbstcheck hilft dir, deine Muster im Umgang mit Grenzen im Job bewusst wahrzunehmen: ruhig, ohne Bewertung und ohne Druck, etwas sofort verändern zu müssen. Er ist eine Einladung, dir selbst zuzuhören: Wie erlebst du dich im Arbeitsalltag wirklich?
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Eine Reflexionsfrage für dich
Raum für Wahrnehmung im Arbeitsalltag
Manche Fragen wirken nicht, weil sie beantwortet werden. Sie wirken, weil sie Räume öffnen und zu einem Perspektivwechsel einladen. Vielleicht magst du dir für einen Moment diese Frage mitnehmen, ohne sie sofort klären zu wollen:
In welchen Situationen verliere ich mich selbst im Arbeitsalltag am schnellsten und woran merke ich das?
Es geht nicht darum, eine Lösung zu finden, etwas festzuhalten oder zu verändern. Nimm einfach wahr, was sich zeigt. Oft beginnt innere Klarheit genau hier, still und ohne Druck.
Ein Raum zur Orientierung
Viele merken an diesem Punkt, dass sie dem Thema innere Haltung und klare Grenzen mehr Raum geben möchten, um besser zu verstehen, was sie im Arbeitsalltag trägt und wo es eng wird.
Wenn du magst, lade ich dich zu einem kostenlosen Infoabend am 12.02. ein.
Der Abend bietet dir:
- einen ruhigen Einblick in das Thema „Zeit für klare Grenzen“
- eine Einordnung, wie innere Haltung im Arbeitsalltag gestärkt werden kann
- Raum für Fragen, Gedanken und persönliche Klärung
Kein Muss, kein Druck, nur eine Orientierung für dich.

Bei mir bleiben ist ein Prozess
Innere Haltung im Arbeitsalltag entsteht nicht an einem bestimmten Punkt. Sie entwickelt sich im Gehen, im Erleben, im täglichen Umgang mit Anforderungen und Erwartungen. Oft entwickelt sie sich nicht durch große Entscheidungen, eher durch viele kleine Momente der Wahrnehmung.
Bei sich zu bleiben heißt nicht, immer klar oder konsequent zu sein. Es bedeutet, sich selbst im Alltag nicht dauerhaft zu übergehen. Auch dann nicht, wenn äußere Rollen, Verantwortung oder Zeitdruck viel Raum einnehmen.
Manchmal beginnt dieser Prozess genau hier: beim bewussteren Hineinspüren dessen, was innerlich mitschwingt und beim Zulassen, dass Klarheit leise wachsen darf.

Hallo, ich bin Antje Klees!
Expertin für Stressmanagement, mentale Gesundheit, Achtsamkeit und Kommunikation. Ich unterstütze Berufstätige im Bildungs-, Verwaltungs- und Unternehmensbereich dabei, gelassener mit Herausforderungen umzugehen, innere Stärke zu entwickeln und wertschätzend zu kommunizieren.
Meine Mission: Menschen dabei helfen, Stress nachhaltig zu bewältigen, ihre mentale Gesundheit zu stärken und mit mehr Leichtigkeit durch den Berufsalltag zu gehen. Dabei setze ich auf praxisnahe, alltagstaugliche Methoden, die sofort spürbare Veränderungen ermöglichen.
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